Das (bisher noch) kurze Leben des Volker R

Aufgewachsen bin ich einem Mehr-Generationen-Haushalt. So lebten meine Ur-Großmutter und meine Omi väterlicherseits und meine Eltern mit ihren drei Kindern unter einem Dach. Geboren im Jahre 1979 und aufgewachsen in der sozialistischen DDR durfte ich mich bereits als Kind im eigenen Elektro- und Lampenladen beschäftigen. Dieser wurde natürlich von der HO getragen. Dort hatte ich viel Kontakt mit meiner Omi, die den Laden führte und mit meiner Ur-Großmutter, die sich stets in einen Korbsessel an der rechten Seite platzierte. Waren diese beiden mal nicht mit dem Laden beschäftigt, so erledigten sie anfallende Arbeiten auf dem Grundstück: Unkrautentfernung auf dem Hof, Pflege der Beete im Garten oder auch Füttern der Hühner. Letztere mussten wir leider abschaffen, nachdem meine Omi 1991 verstarb. Ihre Mutter lebte noch bis 1996. Sie war zu ihrem Todestag 102 Jahre jung. Weiterhin habe ich in meiner Kindheit viel Zeit in der Nikolaikirche zu Jüterbog verbracht. Mein Vater war dort als Küster beschäftigt und hat sehr viel Zeit und Nerven in diese Arbeit investiert. Der Kirche sehr verbunden zu sein ergab sich auch durch die Tätigkeit meiner Mutter: Pastorin. So sind wir natürlich alle christlich erzogen worden.

Leider waren die 90er Jahre nicht so von Erfolg geprägt:

Ende der 80er Jahre musste mein Bruder, der 5,5 Jahre älter ist als ich, in ein Klinikum eingewiesen werden. Die Diagnose lautete Psychose. Glücklicherweise konnte er sich relativ gut erholen, auch wenn dies ein sehr langwieriger Prozess war. Nachdem er wieder einigermaßen auf dem Damm war und sich bereits eine Folgeerkrankung dieser Störung bemerkbar macht, Kontrollzwang, ist auch meine Schwester, welche 3 Jahre älter ist als ich, schwer an Bulemi erkrankt. Zur Wahrung der Persönlichkeit bleiben die Namen natürlich ungenannt.

Nachdem ich die 10. Klasse erfolgreich beendet hatte, begann ich eine Ausbildung zum Elektroinstallateur. Leider entsprach dieser Ausbildungsweg nicht so ganz meinen Vorstellungen, so dass ich diese nach nur einem halben Jahr wieder abgebrochen habe. So war es mittlerweile Februar 1997. Zu diesem Zeitpunkt hatte unsere Familie jedoch die nächste Tragödie heimgesucht: Mein Vater war bereits seit einem halben Jahr an einem Gehirntumor erkrankt. Im August 1997 verstarb er an den pathogen-bedingten Folgen. Ich hatte damals gerade wieder die schulische Laufbahn aufgenommen: ich war in der 11. Klasse des Jüterboger Goethe-Schiller-Gymnasiums. Das Abitur konnte ich im Jahre 2000 erfolgreich beenden und war inzwischen zu 1/3 Besitzer eines Geschäftshauses und Grundstückes. Die Ursache war dafür, dass sich meine Mutter dazu entschlossen hat zu ihrem Lebensgefährten zu ziehen, nach Sebnitz.

Nun verschlug es mich wieder in die Nikolaikirche. Dort begann ich nämlich mit der Leistung des Zivildienstes. Zugleich war ich teilweise als Zivi des evangelischen Kindergartens eingesetzt, da dieser vorübergehend ohne einen auskommen sollte. Also habe ich das einfach mal schnell mitgemacht. Leider vertrat der damalige Pfarrer jedoch eine andere Position als ich, so dass es zwangsweise zu Differenzen zwischen uns kam. So habe ich mich dazu entschlossen meinen Zivildienst in einer Jugendeinrichtung in Luckenwalde fortzusetzen. Auch dort war es nicht immer ganz einfach, aber ich denke ich habe das gut über die Bühne gebracht. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich schon, dass ich später einmal Lehrer werden möchte. Es stand auch schon fest, dass ein Fach Musik sein soll. Ich hatte bereits langjährige Erfahrung in diversen Chören (Schulchor des Gymnasiums, Stadtchor Jüterbog, Kirchenchor) und konnte auf eine musikalische Grundlagenausbildung an den Instrumenten Klavier und Gitarre zurückblicken. Schon damals war meine Freizeit zu einem sehr großen Teil mit Musik ausgefüllt. Leider scheiterte ich jedoch an der Eignungsprüfung an der Uni Potsdam, so dass ich mir etwas anderes suchen musste. Im Eifer des Gefechts habe ich mich am Oberstufenzentrum Luckenwalde zu einer Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher beworben. So hatte ich wenigstens die Chance im sozialpädagogischen Bereich tätig zu sein. Zunächst musste ich jedoch eine 1-jährige Ausbildung zum Sozialpflegeassistenten absolvieren. Zeitgleich hatte ich die ehrenamtliche Leitung des russischsprachigen Frauenchores aus Niedergörsdorf / Flugplatz übernommen. Natürlich habe ich mit Ihnen nicht russisch gesungen, zumal ich bis dato nie russisch gelernt habe, sondern vielmehr war es ihr Interesse deutsche Literatur vermittelt zu bekommen. Ein weiterer Wandel im musikalischen Leben ergab sich aus den Konflikten mit der damaligen Leiterin des Jüterboger Stadtchores. So bin ich aus diesem ausgetreten und singe bis dato in der Goersch´schen Chorgemeinschaft in Baruth/Mark

Im Frühjahr 2002 ergab sich auch das Bedürfnis des Luckenwalder Lyra-Chores einen neuen Leiter zu finden. Von Sangesfreunden des Jüterboger Stadtchores ist der damalige Vorstand auf meine Person hingewiesen worden. So kam es, dass ich mich bei den Mitgliedern vorstellte und seit Juni 2002 der Übungsleiter dieses Chores bin. Leider musste ich damals etwas Abstand vom Frauenchor nehmen. Aber ich pflege zu den Sängerinnen bis heute noch einen guten Kontakt. So haben die beiden Chöre bereits mehrfach Konzerte gemeinsam gestaltet.

Im Sommer 2002 begann nun endlich die Ausbildung zum Erzieher. Diese hat mir wirklich sehr viel Spaß bereitet. Leider musste ich auch bei dieser feststellen, dass das noch nicht so ganz das Richtige für mich ist. So stand für mich fest: ich muss Lehrer werden. Vielmehr durch ein Zufall bin ich auf die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gestoßen. So habe ich mich über das Internet bei den umliegenden Universitäten (Berlin, Potsdam und Halle) über die Studienmöglichkeiten und die Zugangsvoraussetzungen informiert. Ich dachte in keiner Linie mehr an die Möglichkeit ein Studium mit dem Fach Musik aufnehmen zu können. Jedoch habe ich mich einfach aus Dusligkeit bei der Hallenser Universität mal bei Musik umgesehen und festgestellt, dass es dort die Möglichkeit gibt das Fach Chorleitung als künstlerisches Hauptfach zu wählen. Das war schon immer mein größter Wunsch. Ich habe mich also zur Eignungsprüfung, welche am 11.09.2003 stattfand, angemeldet. Nur durch intensive und gezielte Vorbereitung, bei welcher mich die Musik-Lehrerin Frau Bölter und der Musik-Lehrer Herr Bölter unterstützten, war es mir möglich diese Eignungsprüfung zu bestehen. An dieser Stelle muss ich noch einmal einen ganz wahnsinnig großen Dank an die beiden loswerden. Es ist auch äußerst angenehm für mich, dass sich auf musikalischer Ebene immer wieder unsere Wege schneiden. So leitet Herr Bölter beispielsweise die Goersch´sche Chorgemeinschaft. Auch pflegen wir eine gute Bekanntschaft auf privater Ebene. So geben sie mir öfter mal ein verständnisvolles Gehör. Danke auch dafür.

Im Oktober 2003 begann dann endlich das langersehnte Studium, was ich bis heute noch durchführe und hoffentlich im Sommer 2008 mit dem ersten Staatsexamen abschließen kann.

Im privaten Bereich hatte ich leider nicht ganz so viel Glück, jedoch möchte ich mich dazu hier und jetzt ausschweigen... ;o)


So, ich denke Ihnen an dieser Stelle alles Wissenswerte mitgeteilt zu haben und hoffe dass Sie beim Lesen nicht eingeschlafen sind! :o)